Von Simone Tröger

Ihr hysterisches Geplapper wie zwei streitende Elstern um das Revier im Luftraum geht mir sowas von auf die Nerven.

 

„Schatz‘? Steht mir der helle Pelz, der braune Pelz; der schwarze Pelz sicher nicht, oder?  Was meinst du?“

Meine Antwort war „Nimm alle drei – ich bin reich!“

(Das will sie hören, glaube ich. Es ist mein Geld, was sie ausgibt. Ohne noch einmal nachzufragen „Wirklich“?)

 

„Schatz? Findest du, ich soll mir auch endlich die Lippen aufspritzen lassen? Die Katti vom Nagelstudio hat das kürzlich gemacht. Sie meint, ihr Mann ist sehr zufrieden damit!

„Ich werde auch sehr zufrieden damit sein – ich bin reich!  Mach das!“

(Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…)

 

„Schatz!  Denkst du nicht auch, ich bin zu fett? Doktor Schmidtbaur macht Hautabsaugung für lau.“

„Zwar liebe ich jedes Gramm an dir, es ist aber deine Entscheidung. Mach ruhig. Ich bin reich!

(Unter uns – ich bin der Meinung, sie hat schon etwas zu viel Speck. Das würde ich nie sagen.)

 

„Schatz! Die Heines von nebenan, die gerade eingezogen sind, die bauen sich einen zusätzlichen beheizten Pool in den Garten. Die Frau Heine und der Herr Heine haben dann jeder ihren eigenen.“

„Gute Idee, das machen wir auch, denn ich bin reich!“

(Dann kannst du dein Fett wegschwimmen und brauchst keine Fettabsaugung. Fett schwimmt an der Oberfläche. Aber ich habe dann meinen eigenen Pool…)

 

„Schatz! Auf den Bahamas ist es jetzt schön warm. Das Ehepaar Doktor Müller hat uns eine Karte geschrieben.“

„Genau dahin wollte ich dich demnächst einladen. Mein Geld muss unter die Leute.“

(Da brauchst du keinen Pelz, wenn es dort warm ist.)

 

 

 

„Schatz! Kronwaldts waren in der Metropolitan Opera in New York. DAS muss eine Aufführung gewesen sein. Frau Kronwaldt schwärmt ständig davon!“

„Ja, am besten, du buchst uns gleich Tickets dahin. Das will ich unbedingt auch erleben, ehe meine Million zur Neige geht!“

(Zum Glück ist das kein Karaoke-Wettbewerb. Du würdest mit deiner schrillen Stimme alle vergraulen.)

 

„Schatz! Wann ist der Ball mit der Einführung Eueres neuen Kollegen? Ich hätte Gelegenheit, mein neues Kleid vorzuführen.“

„Bald! Ehe er den Batzen Geld verdient wie ich, das dauert aber noch!“

(Ob seine Frau auch so eine hysterische Alte ist?)

 

„Schatz! Die Dani, die mit mir im Fitnesstudio trainiert, hat sich die Brüste machen lassen. Jetzt ist sie Chefsekretärin, hat aber auch Rückenschmerzen. Meinst du, so etwas ist gesund?“

„Chefsekretärin sein oder Rückenschmerzen haben?“

(Wenn du mich fragst, wären mir bei einer Chefsekretärin mit großer Oberweite deren Rückenschmerzen egal.)

 

 

 

Sobald ich das nächste Mal auf dem Golfplatz bin, biete ich meinem Partner Hannes eine Nacht mit meiner von meinem Geld schöngemachten Frau. Sehen wir, was daraus folgt. Unmoralisch Hin oder Her – eine Million Dollar bekommt er noch dazu! Das Angebot wird er auf keinen Fall ausschlagen!

 

 

 

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