Von Helga Rougui
Am Vorabend meines siebten runden Geburtstages erschien mir meine Gute Fee.
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Sie sagte: – Heute komme ich zu dir in besonderer Mission.
Wir wissen beide, du bist alt –
Ich wollte aufbegehren, aber sie ließ mich nicht.
– Doch, du bist alt. Du bist älter als vor zehn Jahren, aber jünger als in zehn Jahren.
Das war unbestreitbar wahr, also hielt ich den Mund. Was mir nie leichtfällt, ich gebe es zu.
Die Fee sprach weiter.
– Der Große Zauberer hat beschlossen, dir eine Gunst zu gewähren, die eine sein kann oder auch nicht.
Sie machte eine Kunstpause, erwartete wohl einen Ausruf, eine Frage, doch ich hatte beschlossen, die Strategie beizubehalten und mich erst umfassend zu informieren, bevor ich zustimmen würde oder auch nicht.
Ich schwieg also, und sie fuhr fort.
– Diese Gunst besteht darin, dass in zehn Jahren dein älteres Selbst dir eine Nachricht schreiben wird mit einem kurzen Bericht, wie das Leben für dich von nun an bis zu deiner Gegenwart in der Zukunft gelaufen sein wird. So kannst du für diese Zeit beruhigt sein und glücklich leben, wohl wissend, dass dir nichts Schlimmes passieren wird. Morgen früh wäre der Brief von dir an dich in der Post.
Freust du dich?
Ich überlegte keine Sekunde und sagte laut und deutlich:
– Nein. Ich lehne diese Gunst ab.
Während die Fee langsam verblasste und verschwand, hörte ich wie von weit die Worte:
– Ich verstehe …
