Von Simone Tröger

Es waren einmal vier Eichhörnchen, die waren Geschwister und hatten sich sehr lieb. Die hießen Öhrchen und Fellchen – zwei kleine Eichhörnchen-Mädchen. Die großen Eichhörnchen-Brüder hießen Hüpfer und Hopser. Sie vertrieben sich die Zeit mit allerlei Spielen und warteten auf die Rückkehr ihrer Eltern. Ihre Wohnung in den Ästen eines Baumes, dem Kobel, war kuschelig warm. Mama und Papa wollten ihren Kindern leckere Nüsse mitbringen. Den Geschwistern lief bei dem Gedanken daran das Wasser im Mund zusammen, denn unter den harten Nuss-Schalen warteten die besten Köstlichkeiten, die es gab. Kleine Würmer und Insekten waren dagegen weniger knusprig und appetitlich.

Auf einmal machte es „knack“ und „krächz“ und „wumm“ und „bumm“. Der Baum, auf dem ihre Wohnung war, krachte mit einem lauten Knall auf den Waldboden. Keiner wusste, warum. Vor lauter Schreck liefen Öhrchen und Hüpfer nach links. Fellchen und Hopser rannten nach rechts.

So ganz ohne Eichhörnchen-Eltern hatten die Kleinen Angst. Aber sie hatten große Brüder, die sie beschützen konnten. Also kuschelte sich das Eichhörnchen, dass nach links gegangen war, eng an seinen Bruder, als es dunkel wurde. Das Eichhörnchen, dass nach rechts gegangen war, machte es genauso.

Am nächsten Morgen sammelten die Eichhörnchen Äste, Zweige und Moos, um sich einen neuen Kobel zu bauen. Als sie in die Suche von Baumaterial vertieft waren, trauten sie ihren Augen nicht. Sobald sie den Kopf hoben, sahen sie ihre Geschwister wieder. Die vier waren wieder vereint. Jetzt konnten die großen Eichhörnchen-Jungs ihren kleinen Eichhörnchen-Schwestern das Klettern beibringen. Einer der Großen kletterte auf den Baum mit hinauf, um zu stützen. Während der andere Große unten stand, um die Eichhörnchen aufzufangen. Denn manchmal sah es so aus, als würden die Kleinen von den Ästen fallen (was sie natürlich nicht taten).

Inmitten ihrer anstrengenden Übungen hörten sie Rufe. „Kinder, wo seid ihr? „Hallo, Kinder! Öhrchen, Fellchen, Hüpfer, Hopser – hallo!“

Die Geschwister erkannten die Stimmen ihrer Eichhörnchen-Eltern und eilten in die Richtung. Vor lauter Wiedersehensfreude vergaßen alle, dass sie Hunger hatten. Die Nüsse gab es erst zum Abendbrot. Dort saß die Familie im Kreis und ließ es sich schmecken.

Die Eichhörnchen-Eltern erkannten voller Stolz, dass sie sich auf ihre Kinder verlassen konnten.

Und wenn irgendwo Eichhörnchen von den Ästen fielen, so waren das nicht unsere Eichhörnchen.

 

 

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